Audioaufnahme : Quentin Tarantino über Polanskis 13-jähriges Opfer: “Sie wollte es doch”

In seinen Filmen (“Kill Bill”, “Death Proof”) stellt Quentin Tarantino gerne starke Frauen dar. Rachefeldzüge gegen Männer, die ihnen Unrecht getan haben, sind ein beliebtes Motiv des Kultregisseurs. Doch wieviel hat diese Thematik mit Tarantino selbst zu tun? Offenbar äußerst wenig, wie eine Audioaufnahme von 2003 jetzt zeigt. 

Quentin Tarantino verteidigt Roman Polanski

In der Aufnahme, die mittlerweile aus rechtlichen Gründen gelöscht wurde, ist zu hören, wie sich Tarantino mit den Moderatoren Howard Stern und Robin Quivers über den Fall Roman Polanski auseinandersetzt. Und das Protokoll des Interviews ist erschütternd: Als Quivers den Filmemacher daran erinnert, dass Polanskis Vergewaltigungsopfer Samantha Geimer keineswegs Sex mit dem verurteilten Regisseur haben wollte, antwortet Tarantino nur: “Nein, so war es überhaupt nicht. Sie wollte es so und hat den Typen gedatet!”. Quivers versucht, ihn zum Umdenken zu bewegen, sagt, die junge Frau sei erst 13 gewesen, woraufhin Tarantino nur feststellt, man spreche über amerikanische Moralvorstellungen, nicht aber über europäische. Zu dem Zeitpunkt im Interview schaltet sich Howard Stern ein. Stern, der selbst in der Vergangenheit oft mit sexistischen Kommentaren aufgefallen ist, widerspricht Tarantino. “Warte mal. Wenn du Sex mit einem 13-jährigen Mädchen hast und selbst ein erwachsener Mann bist, dann weißt du doch, dass das falsch ist”, sagt er. Quivers ergänzt, Polanski habe seinem Opfer dazu auch noch Alkohol und Tabletten gegeben, um es ruhig zu stellen. “Schaut, sie wollte es doch”, antwortet Tarantino auf die Einwände.

Quentin Tarantino sagt, Polanski hätte Samantha Geimer nicht vergewaltigt

Das Radiointerview entstand kurz nach Polanskis Oscargewinn im selben Jahr. Obwohl der Regisseur vor einer Vorurteilung durch ein US-amerikanisches Gericht 1978 nach Europa geflohen war, wurde er für seinen Film “Der Pianist” als “bester Regisseur” ausgezeichnet. Eine Entscheidung, die besonders Stern damals nicht verstehen konnte. Ob er diesen “Wahnsinnigen, diesen Regisseur, der eine 13-Jährige vergewaltigt hat” unterstützen würde, fragt er Tarantino im Interview von 2003. “Er hat keine 13-Jährige vergewaltigt. Es handelte sich um Unzucht mit Minderjährigen… er hatte Sex mit einer Minderjährigen. Das ist keine Vergewaltigung”, versucht sich Tarantino rauszureden. Für Quentin Tarantino ist das Wiederauftauchen des Tapes mehr als nur schlechte PR. Er selbst steht in der Kritik, Harvey Weinsteins Taten toleriert zu haben. Neue Enthüllungen von Tarantinos Muse Uma Thurman bestätigen diesen Eindruck. 

07-Schwerer Unfall bei Dreharbeiten: Uma Thurman klagt an-5727895432001 

Polanskis Opfer Samantha Geimer über die Verge… (2060406)Samantha Geimer antwortet Tarantino

Polanskis Opfer Samantha Geimer hat sich mittlerweile selbst zu der Aufnahme geäußert: “Es ist mir egal, was die Leute denken. Das verändert mein Leben nicht. Ich weiß, was passiert ist und ich brauche keine anderen Menschen, die darüber mutmaßen, wie es ist, mit 13 vergewaltigt zu werden”, sagte sie der “New York Daily News”. Während der Debatte um #metoo und Machtmissbrauch in Hollywood wurde in den vergangenen Monaten immer wieder die Causa Polanski thematisiert. Kritiker sehen in Polanskis Geschichte die Doppelmoral Hollywoods. Schließlich hätten ihn 2003 noch die beklatscht, die sich heute gegen sexuelle Gewalt stark machen. Polanski selber gab in einem Interview mit Martin Amis ein Jahr nach seiner Flucht aus den USA zu: “Richter wollen junge Mädchen ficken. Geschworene wollen junge Mädchen ficken – jeder will junge Mädchen ficken” – der Grund, warum ihn die Ermittlungen gegen sich damals überrascht hätten. 

Sharon Stone

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